Die Steuer-Identifikationsnummer (TIN) wird zur elektronischen Steuerkarte

Die gute alte Lohnsteuerkarte aus Papier hat ausgedient und wird ab 2011 durch eine neue persönliche Steuer-Identifikationsnummer, kurz TIN für Taxification Identification Number, ersetzt.
Diese neue, "elektronische Steuerkarte" wird bereits ab Januar 2008 Schritt für Schritt an alle Bundesbürger vergeben. Dabei erhält jeder Bürger eine einmalige elfstellige Identifikationsnummer, die von der Geburt an bis höchstens 20 Jahre nach dem Tod des Bürgers gilt und in dieser Zeit einmalig und unverändert bleibt. Die Steuer-Identifikationsnummer ist dann bei allen Anträgen, Erklärungen und Mitteilungen gegenüber Finanz- und weitere Behörden zu verwenden.
Wer wirtschaftlich tätig ist bekommt daneben eine Wirtschafts-Indentifikationsnummer zugeteilt. Die bisherige Umsatzsteueridentifikationsnummer zur Durchführung des innergemeinschaftlichen Erwerbs bleibt für Einzelunternehmer, Freiberufler, die juristische Person und Personenvereinigung erhalten.

Welche Daten enthält die "elektronische Steuerkarte"?

In Verbindung mit der TIN gespeichert werden neben Name und Künstlername, akademischen Graden, sowie Geburtstag und -ort auch das Geschlecht, die aktuelle Adresse, die zuständige Finanzbehörde und bei Verstorbenen auch der Sterbetag. Weiterhin werden in zukünftig eingerichteten Zentraldatei auch Daten zur Religionszugehörigkeit und zu Steuerklassen und Freibeträgen gespeichert.

Vorteile der Steueridentifikationsnummer

Für den Bürger entfällt damit die Zuteilung einer Steuernummer, die bisher nur an sozialversicherungspflichtig Beschäftigte vergeben wurde. Ferner entfällt ein Wechsel der Steuernummer bei Umzug oder Wechsel des zuständigen Finanzamtes.
Der Arbeitgeber kann elektronisch auf die hinterlegten Daten zugreifen und so die Lohnsteuer berechnen.
Darüber hinaus melden Befürworter der neuen Steueridentifikationsnummer an, dass Steuerhinterziehung besser Einhalt geboten werden könnte.

Datenschutz bei Einführung der TIN - gläsern war gestern

In einem Artikel der Zeitschrift "Der Steuerzahler" warnt der Bund der Steuerzahler vor der Aushöhlung des Steuergeheimnisses. Es nicht klar geregelt sei, welche öffentlichen und nicht-öffentlichen Stellen in Zukunft Zugriff auf die Nummer hätten. Direkte Rückschlüsse aus der Steueridentifikationsnummer auf die dahinter stehenden Daten sind zwar nicht möglich, aber mit Hilfe der TIN könnten Informationen verschiedener Behörden zusammengeführt werden.
Für diese dürften sich neben den Finanzbehörden auch Arbeitsagenturen, Wohngeld- oder Bafög-Stellen interessieren. Datenschützer melden an, dass im Falle der "elektronischen Steuerkarte" ähnlich wie beim Kontenabrufverfahren Datenabgleiche immer ausufernder werden würden.

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